Ethikgruppen besuchen eine Gerichtsverhandlung

LA Landesgericht Salzburg – Jugendgerichtsverhandlung Ethikgruppen 8M, 8S und 8L am 4.2.26

Bezug zum Themenpool der Matura: Recht und Gerechtigkeit

Nach der Gerichtsverhandlung (Anklage: „Versuchter Mord“) reflektierten die Schüler: innen ihre Wahrnehmungen – hier ein Auszug aus allen drei Gruppen:

  1. Besonders beeindruckt hat mich…
    …die eher gelassene Atmosphäre im Gerichtssaal und die gute Organisation des Prozesses.
    …der Moment, als der Angeklagte mit Handschellen von den Polizisten in den Gerichtssaal geführt worden ist.
    …,dass ein „Fall“ zunächst eindeutig erscheint und im Laufe der Verhandlung immer komplexer wird.
    …das Prozedere des Dolmetschens, es war interessant zu sehen, wie wo etwas abläuft.
  2. Ich fand ungerecht, dass…
    …der Staatsanwalt die Intelligenz des Opfers, trotz Sprachbarriere, infrage gestellt hat.
    …der Angeklagte offensichtlich nicht alles verstand.
    …die Richterin eine andere Sprache sprach als der Angeklagte.
    …nicht alle Zeug: innen die Möglichkeit hatten auszusagen.
  3. Es hat mich zum Nachdenken gebracht, als/dass…
    …die Familie des Täters den Raum betreten hat und ich mich gefragt habe, wie es ihnen geht.
    …die Frau des Täters schwanger war.
    …das Urteil von 1 Jahr Freiheitsstrafe verkündet wurde.
    …die Familie des Angeklagten genau vor mir gesessen ist und man die Emotionen mitbekommen hat.
  4. Folgende Erkenntnisse oder Lehren nehme ich mir mit:
    „Bevor man handelt, sollte man sich gut über die Konsequenzen im Klaren sein und dass Gerechtigkeit sehr schwierig ist.“
    „Es ist besser in Konflikten ruhig zu bleiben, um ein drastisches Ausmaß wie Verletzungen oder Tod zu vermeiden.“
    „Als Richter: in muss man richtig viel können!“
    „Das es vor Gericht nie 100% gerecht zugehen kann, das Bestreben aber spürbar ist.“